15. LEIBNIZ FESTTAGE 2018
Leibniz in barocker Geselligkeit: »Er war bey dem Frauenzimmer sehr beliebt.«

Die Geselligkeit hatte im höfischen Leben in der Barockzeit einen hohen Stellenwert. In dieser Epoche war der Welfenhof in Hannover ein kulturelles Zentrum mit europäischer Ausstrahlung und Anziehungskraft. Das Motto der 15. Leibniz- Festtage greift diesen Aspektund die Formen der Beteiligung an dieser Geselligkeit auf. Die Berichte,
die Gottfried Wilhelm Leibniz von großen Festen an seine fürstlichen
Briefpartnerinnen gibt, zeigen das gesellige Netzwerk.

 

Eröffnung der 15. Leibniz-Festtage
»Es fehlt nicht viel, so esse ich auch noch am Klavier.«
Der Lieblingskomponist Sophie Charlottes, Agostino Steffani

Aufgeführt werden vier Kammerduette, die Agostino Steffani für die preußische Königin Sophie Charlotte komponiert hat. Es musizieren unter der Leitung von Bernward Lohr am Cembalo: Franziska Giesemann, Sopran, Judith Hilgers, Sopran, Svenja Rissiek, Alt, und Johannes Schwarz, Baß.
Die preußische Königin war hoch vergnügt, wenn sie wieder Duette von ihrem verehrten Meister, dem Priester, Komponisten und Diplomaten Agostino Steffani bekam, die sie selbst an ihrem Musenhof Lietzenburg (heute Charlottenburg) aufführte. Doch der Musiker war mit anderen Berufen so sehr beschäftigt, dass er einmal sagte, am liebsten würde er beim Komponieren essen, um Zeit zu sparen. Über das Glück der Königin, Musik zu machen, und über ihre Freude an Agostino Steffanis Kunst berichtet, zwischen den vier Kammerduetten, Eike Christian Hirsch.
Am Schluss des Abends wird dem hoch verdienten Leibnizfreund und -förderer Friedrich Oehler eine Ehrung für sein Lebenswerk überreicht. Die Laudatio hält der Präsident der Leibniz Gesellschaft Professor Erich Barke.

Den Abend moderiert die Gastgeberin Martina Trauschke.

Vortrag: Eike Christian Hirsch
Termin: 1. September 2018, 18.00 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 10 Euro an der Abendkasse

 

Vom »Frawenzymer« zum Salon – Netzwerke der Gebildeten im langen 18. Jahrhundert

Glanzvolle Zentren des kulturellen Lebens waren die Zusammenkünfte, in denen Musiker und Gelehrte die Routine des Höfischen unterbrachen und mit der Kunst des Gesprächs belebten. Unter der Leitung einer Frau wird ein Raum geschaffen, in dem der ungezwungene, geistvolle Austausch hervorgebracht wird. Die höfische Geselligkeit wirkte weiter in den Wandlungen bis zu den literarischen Teegesellschaften und heutigen Salons.

Vortrag: Dr. Hannah Lotte Lund, Frankfurt/Oder
Termin: 5. September 2018, 19.00 Uhr
Ort: Leibnizsaal, Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 8 Euro, Anmeldung nicht erforderlich

 

Sophie Dorothea – Prinzessin von Ahlden

Die Liebesgeschichte der hannoverschen Kurprinzessin Sophie Dorothea mit dem Grafen von Königsmarck endete tragisch in ihrer Verbannung im Schloss Ahlden. Ihr außergewöhnliches Schicksal bringt Hans Zimmer in einer von ihm konzipierten
Aufführung auf die Bühne.

Szenische Lesung von Hans Zimmer, Inga Kolbeinsson und Lajos Rovatkay, Musik

Termin: 7. September 2018, 19.30 Uhr
Ort: Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: frei, Anmeldung nicht erforderlich

 

Sophie Charlotte – PreuSSens erste Königin

Die Bestsellerautorin Barbara Beuys liest aus ihrer 2018 erschienenen Biographie über Sophie Charlotte. Die aus dem hannoverschen Welfenhaus stammende
preußische Königin Sophie Charlotte ist geistreich, weltoffen, gebildet und in ihrer
Leidenschaft für kulturelle Lebendigkeit macht sie ihr Schloss zum legendären Musenhof in Berlin. Die Inspirationen dazu hat sie aus der dynamischen kulturellen Atmosphäre des hannoverschen Hofes, dessen Kontakte zu europäischen Künstlern und Philosophen sie am eigenen Hof entfaltet.

Vortrag: Barbara Beuys, Köln
Termin: 12. September 2018, 19.00 Uhr
Ort: Leibnizsaal, Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 8 Euro, Anmeldung nicht erforderlich

 

Das »Klein Paradis« am Spreeufer
Geselligkeit und Gesprächskultur am Hof der Königin Sophie Charlotte

Sophie Charlotte nahm ihre Freiheit in Anspruch, die Heiterkeit ihres Gemütes in der Freundschaft und im zwanglosen Gespräch zu zeigen und die reichen Gedanken in Geselligkeit auszutauschen. Für Leibniz gehören die Aufenthalte an Sophie Charlottes
Hof zu den belebendsten und beglückendsten Erfahrungen. »Es war übrigens wie beim Turmbau von Babel, denn jeder dort redete in seiner Sprache«, berichtet er nach Hannover. Diese Gespräche haben ihre Spuren in unserer Kultur bis heute.

Vortrag: Dr. Petra Wilhelmy-Dollinger, München
Termin: 13. September 2018, 19.00 Uhr
Ort: Leibnizsaal, Neustädter Hof- und Stadtkirche
Eintritt: 8 Euro, Anmeldung nicht erforderlich


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